Weihnachtsgrüße aus Fuerteventura

Mit Weihnachtsmütze an Heiligabend auf dem Surfbrett

Miriam Schönrock arbeitet in einer Surfschule in Spanien

Stell dir vor es ist Advent, und du bekommst es gar nicht mit! Die erste Kerze brennt bereits, doch ich stecke gedanklich immer noch mitten im November.

 

Miriam am Strand von El Cotillo auf Fuerteventura

Die Canarios oder besser die Majoreros, die Bewohner Fuerteventuras, befestigen zwar nach und nach die eine oder andere Lichterkette an ihren weißen Häusern, aber das ist wohl kein Vergleich mit dem vorweihnachtlichen Budenzauber in Deutschland. Kein Wunder, schließlich verläuft das Leben auf den Inseln im Atlantischen Ozean insgesamt ein wenig gemächlicher ab.

Anfang dieses Jahres habe ich mich entschieden, meinem niedersächsischen Nine-to-Five-Job Lebewohl zu sagen und auf Fuerteventura bei der Surfschule FreshSurf anzuheuern – nicht als Surflehrerin, aber immerhin als Assistentin der Geschäftsleitung. Ich versuche nach und nach die gelassene Mentalität der Insulaner anzunehmen, das gelingt mir allerdings oft eher schlecht als recht.

Den Trubel und Konsumstress in Deutschland vermisse ich so gar nicht, auch nicht unbedingt die Kälte und den spärlich verstreuten Schnee. Wir haben hier gerade knapp 25 Grad Celsius. Ab und zu würde ich mich jedoch gern mal dick einpacken und im Zwiebellook und mit Wollhandschuhen von der Nordstadt, meiner alten Heimat, bis nach Linden fahren. In Linden warten dann meine Freunde mit Glühwein auf mich. Die Alternative wäre ein Treffen auf dem finnischen Weihnachtsmarkt am Ballhof. Als niedersächsisches Mädel liebe ich es, Traditionen zu pflegen. Vermissen werde ich also definitiv die Weihnachtswanderung mit Freunden und Eltern im Weserbergland.

Wie ich dieses Jahr die Feiertage verlebe, ist noch ungewiss. Am 24. Dezember machen die Spanier ohnehin kein großes Trara, aber da viele deutsche Kollegen und Freunde da sind, werde ich mich irgendwo einklinken und verwöhnen lassen. Einen ordentlichen Festtagsschmaus sollte es schon geben, denn gutes und ausgiebiges Essen ist den Canarios, den Deutschen und mir wohl gleich wichtig. Wahrscheinlich wird es am Heiligen Abend auch eine festliche Surfsession geben – vielleicht mit Weihnachtsmütze oder Rentiergeweih.

Ich gehe davon aus, dass ich meine Freunde via Facebook und Co. mit ein paar Weihnachtsimpressionen versorgen werde. Trotz der nicht gerade brennenden Weihnachtseuphorie bin ich ganz gespannt, ob ich ein, zwei Päckchen aus der Heimat bekommen werde. Es ist immer schön zu wissen, dass an einen gedacht wird. Auch wenn ich mit befreundeten Familien feiern werde, denke ich an den Festtagen natürlich ganz fest an meine Eltern und meine Oma. Die Liebsten vermisst man immer, egal wo man ist.

Auf Fuerteventura hält das Fest dann noch einmal am 6. Januar, am Tag der Heiligen Drei Könige, Einzug – dann wird hier auf der Insel richtig gefeiert: viel Religion, viel Prozession und aufgeregte Menschenmassen.

Viele Grüße aus El Cotillo, eure Miriam