Weihnachtsgrüße aus Amsterdam

Sinterklaas klopft bereits am 5. Dezember an die Türen

Silvia Oehler aus Garbsen lebt mit ihren Kindern in Amsterdam

Bei uns beginnt das Feiern schon drei Wochen vor Nikolaus. Dann kommt Sinterklaas, der hier die Geschenke bringt, mit seinem Boot aus Spanien. Und natürlich darf Amerigo, sein Schimmel, nicht fehlen. Mit ihm reitet er über die Dächer, um die Geschenke durch die Schornsteine zu werfen.

Drei Wochen lang sitzen wir mit der ganzen Familie Punkt 18 Uhr vor dem Fernseher. Dann kommt das „Sinterklaasjournaal“, Nachrichten über Sinterklaas und seine Helfer, die Pieten. Die Kinder dürfen ab und zu in diesen drei Wochen ihre Schuhe neben den Ofen stellen und bekommen kleine Geschenke und Süßigkeiten.

Am 5. Dezember ist Pakjesavond. Wenn man Glück hat, kommt Sinterklaas oder einer der Pieten „persönlich“ vorbei und bringt die Geschenke. Wenn nicht, sucht man sich einen Nachbarn, der um eine abgesprochene Zeit an der Tür klopft und einen Sack mit Geschenken hinterlässt.

Ältere Kinder, die nicht mehr an den Nikolaus glauben, bekommen selbst gebastelte Pakete, in denen kleine Geschenke und selbst geschriebene Gedichte versteckt sind.

Sivlia Oehler-Sandra_Silvia

von li. nach re.: Silvia Oehler, Nicole Horlacher und Sandra Oehler

Am 6. Dezember fährt Sinterklaas wieder nach Spanien zurück. Auch wenn meine Kinder wissen, dass er natürlich erst nach Deutschland muss, zu ihren Cousinen und Cousins.

Der 24. Dezember wird hier eigentlich gar nicht gefeiert. Das vermisse ich dann ein bisschen. Aber weil meine Kinder halb deutsch sind, kommt der Weihnachtsmann doch noch mit ein paar kleinen Geschenken vorbei.

Am 25. und 26. Dezember sind die Kerstdagen. Dann kommt die Familie zusammen, es wird gemeinsam gekocht und gegessen, der Abend wird mit Spielen verbracht. Den Weihnachtsbaum haben wir in den Niederlanden zwar auch. Aber eigentlich mehr als Dekoration.

Am 31. Dezember isst man in den Niederlanden Oliebollen. Das sind Teigkugeln in Öl gebacken. Selbst bleiben wir aber lieber bei Berlinern. Und weil wir auch ein bisschen spanisch sind (meine Oma ist 104 Jahre alt und lebt in Valladolid), ziehen wir uns am 31. Dezember etwas Rotes an. Das soll im neuen Jahr Glück bringen. Wer sich mehr Geld wünscht, kann in das Sektglas vor dem Austrinken auch Schmuck legen. In Spanien werden übrigens die letzten zwölf Sekunden bis 24 Uhr abgezählt. Dabei schluckt man jede Sekunde eine Weintraube. Wenn das ohne sich zu verschlucken klappt, hat man im neuen Jahr Glück.

Oma von Silvia aus Valladolid, Spanien – 104 Jahre alt

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