Wissenswertes zu Weihnachten

Weihnachtsbräuche aus Deutschland und aller Welt

Das traditionelle Weihnachtsfest kommt mit einer Vielzahl von Bräuchen daher, von denen einige durchaus schon alt und ehrwürdig, andere jedoch erst in der Neuzeit entstanden sind. Insbesondere aus den USA ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Traditionen nach Deutschland und Europa gekommen. Diese lösen altes Brauchtum ab oder verändern dieses, aber auch hierzulande werden viele bekannte Traditionen Jahr für Jahr zelebriert. Sie sorgen für den festlichen Charakter des Weihnachtsfestes und machen diese besinnliche Zeit im Jahr zu etwas ganz Besonderem.

Typisch deutsch – Weihnachtsbräuche in und aus Deutschland

• Der Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsbaum gehört zu den beliebtesten Weihnachtsbräuchen in Deutschland.

© depositphotos.com/ Konstanttin

Wann der erste Weihnachtsbaum wirklich aufgestellt wurde, ist nicht ganz eindeutig, als Datum wird jedoch häufig das Jahr 1419 genannt. Damals wurde er noch mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen behängt, wurde im Freiburger Heilig-Geist-Spital aufgestellt und durfte an Neujahr von Jung und Alt geplündert werden. Mode wurde das Aufstellen des Weihnachtsbaums jedoch erst um 1800, als protestantische Familien ihn erstmals ins Wohnzimmer holten – Katholiken verzichteten auf die Tanne, für sie stand die Krippe als wichtigstes Symbol im Vordergrund. Interessanterweise hing der Baum damals jedoch noch von der Decke hinunter und Kerzen schmückten ihn dementsprechend auch noch nicht, zumal das Kerzenwachs ohnehin sehr teuer war. Dank Ersatzstoffen wie Paraffin oder Stearin wurde der Weihnachtsbaum erstmals im 19. Jahrhundert von Kerzen erhellt und sorgte fortan für einen besonders feierlichen und besinnlichen Anblick. Als Baum wird übrigens stets eine Tanne oder Fichte genutzt, da sie mit ihren immergrünen Blättern Leben und Hoffnung symbolisieren sollen.

• Weihnachtsmärkte

Auch Weihnachtsmärkte sind hierzulande wie auch in vielen anderen Ländern sehr beliebt. Glaubt man den ältesten bis dato bekannten Überlieferungen, so gilt der Dresdener Striezelmarkt als erster Weihnachtsmarkt der Welt und wurde bereits 1434 eröffnet. Er wurde von Handwerkern und Zuckerbäckern eröffnet, damit diese ihre Waren auch vor der Weihnachtszeit verkaufen konnten. Der Brauch verbreitete sich schnell und nach kurzer Zeit wurden auch geröstete Mandeln, Kastanien und Nüsse angeboten, um noch mehr Besucher anzulocken. Heute öffnen Weihnachtsmärkte ihre Tore in der Adventszeit und bieten an ihren vielen Ständen sowohl Weihnachtsspezialitäten als auch Schmuck, Kerzen und vieles mehr an – vieles davon selbsthergestellt. Unverzichtbar ist außerdem der Ausschank von Glühwein.

• Adventskranz

Adventskränze mögen zwar sehr traditionell wirken, tatsächlich sind sie aber erst seit knapp 150 Jahren im Einsatz. Sie haben ihren Ursprung in Hamburg in einem evangelischen Waisenhaus. Dort wurde an jedem Tag im Dezember eine Kerze angezündet, sodass am 24. Dezember 24 Kerzen am Kronleuchter hingen. Dies gefiel den Jungen des Waisenhauses so gut, dass sie den Leuchter mit Tannenzweigen schmückten. Auch die Hamburger erfreuten sich an dem Symbol, das für Leben und Hoffnung stehen sollte und schon bald wollten sie selbst einen solchen Kranz haben – da 24 Kerzen für die heimischen vier Wände aber doch zu viel waren, erhielt der Kranz nur vier Kerzen, welche für jeweils einen Adventssonntag standen. Dieses Brauchtum verbreitete sich von Norddeutschland schnell in die restlichen Bundesländer.

• Weihnachtsgerichte

Während es am 1. und 2. Weihnachtstag eher opulent mit Gans, Wildbraten oder Karpfen zugeht, so feiern viele Deutsche den Heiligabend eher schlicht, zumindest wenn es um das Essen geht – denn in Deutschland ist es verbreitet, Kartoffelsalat mit Würstchen zu essen. Diese Tradition hat sich in der Weihnachtszeit etabliert, da in diesen Tagen ohnehin genug zu tun ist. Das Essen ist schnell und problemlos zubereitet, kann gut vorbereitet werden, schmeckt nahezu jedem und anstrengende Diskussionen rund um Zutaten und Rezepte entfallen. Schwierig wird es erst dann, wenn Norden und Süden in Bezug auf das Weihnachtsessen aufeinander treffen – denn wo der eine seinen Kartoffelsalat mit Mayonnaise anrichtet, da greift der andere zu Essig, Öl und Brühe.

• Das Christkind

Auch das Christkind ist ein Glaube, der sich in Deutschland entwickelt hat und höchstwahrscheinlich auf Martin Luther zurückgeht. Als Protestant glaubte dieser nicht an den heiligen Nikolaus und lehnte die Heiligenverehrung der römisch-katholischen Kirche ab. Stattdessen ersetzte er den Nikolaus durch den „Heiligen Christ“, welcher im Laufe der Jahre und Jahrhunderte die Bezeichnung Christkind erhielt. Neben Deutschland ist das Christkind auch in Österreich, der Schweiz, Ungarn, Tschechien und der Slowakei als symbolische Figur verbreitet. Ähnlich wie der Weihnachtsmann oder Nikolaus ist das Christkind verantwortlich für das weihnachtliche Schenken. Eltern erzählen ihren Kindern im Allgemeinen, dass es ungesehen an Heiligabend in die Häuser kommt und die Geschenke bringt. Teilweise kommt zur Bescherung in einigen Familien aber auch heute noch eine Christkind-Darstellerin, die die Geschenke verteilt.

 

Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Abgesehen von regionalen Bräuchen, die so nur in einzelnen Ländern oder Gegenden genutzt werden, gibt es auch eine große Anzahl an Weihnachtstraditionen, die international bekannt sind und beim Weihnachtsfest gerne Verwendung finden.

• Der Weihnachtsmann – eine Erfindung von Coca Cola?

Eigentlich geht der heutige Weihnachtsmann auf die europäischen Volkslegenden um den heiligen Nikolaus zurück, wenngleich er mit diesem nicht gleichzusetzen ist. Eine Erfindung von Coca Cola ist er daher nicht, allerdings hat das Unternehmen dennoch großen Einfluss auf sein Image ausgeübt. Denn erst durch den US-amerikanischen Grafiker und Zeichner Haddon Sundblom, der den Weihnachtsmann für eine Werbekampagne zeichnete, entstand das heute so bekannte Bild des Weihnachtsmanns: ein freundlicher, rundlicher alter Mann mit rotem Mantel, weißem Pelz, und einem langen weißen Rauschebart.

• Mistelzweige

Zu Weihnachten hängen jedes Jahr Mistelzweige über so mancher Tür, um junge Pärchen zum Küssen zu verleiten. Der Legende nach bleibt das Paar durch diesen Segen ein Leben lang zusammen. Woher die Sage stammt, ist jedoch nicht ganz klar. Einerseits sollen gallische Priester die Pflanze als Liebesboten betrachtet haben, andererseits spielt die Mistel aber auch in der nordischen und griechischen Mythologie eine Rolle.

• Bescherung

Fast überall werden Geschenke zu Weihnachten überreicht. Dieser Brauch ergibt sich daraus, dass Weihnachten im Grunde ein sehr wichtiger und bekannter Geburtstag ist – nämlich der von Jesus Christus. Allerdings liegen die Wurzeln dieser Tradition auch in vielen anderen Ursprüngen, denn Menschen haben sich schon immer gegenseitig beschenkt, um ihre Wertschätzung und Zuneigung auszudrücken. So feierten beispielsweise die Römer bereits vor 2.000 Jahren die Saturnalien, bei denen die Reichen die Armen beschenkten.

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